Quick & Dirty – Mein Scuba Rock

Kennt Ihr das, wenn es manchmal einfach schnell gehen soll und das Ergebnis erstaunlicher Weise mehr als zufriedenstellend ausfällt?

So ging es mir mit meinem Scuba-Rock

 

Scuba steht übrigens für Self-Contained Underwater Breathing Apparatus (gefunden bei Wikipedia). Klartext: aus dem Material werden Taucheranzüge gemacht.

 

 

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Ursprünglich ging es eigentlich um einen meiner Lieblingsstoffe. Dieser liegt bereits seit 2 Jahren in meinem Stoffarchiv (ich muß auch endlich mal alle Stoffe online stellen) und ich habe mich nie getraut ihn zu vernähen, so schön finde ich ihn.

Kennt Ihr das?

Da ich immer wieder Probleme mit dem Sitz eines Rockes hatte (siehe auch meinen Beitrag „Von der MissKunst einen perfekten Rockbund zu nähen„) wollte ich dieses Mal nichts dem Zufall überlassen. Also habe ich ganz brav Maß genommen – das Schnittmuster zusätzlich mit einem bereits genähtem, gut sitzenden Rock verglichen – und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass die Modellgröße 34 passt.

Ich war zunächst erstmal erstaunt, da mir beispielsweise der Faltenrock etwas zu schmal in der Taille war. Ein anderer Spitzenrock liegt aus genau diesem Grund immer noch unfertig im Schrank rum …

Kann es wirklich sein, dass die Burda Modelle – in ein und der selben Größe – so stark variieren?

Wie dem auch sei – ich habe mich dann dazu entschlossen ein anderes Modell (sozusagen als Testmodell) in Originalgröße 34 zu nähen  und das mit einem Stoff, der mir nicht ganz so am Herzen lag: Der Scuba. Nicht, dass dieser nicht schön ist, aber ich war mir unsicher, was daraus werden sollte.

Im übrigen habe ich – für den Fall der Fälle – dennoch mit 2 cm Nahtzugabe gearbeitet (weil ich mir und meinen Maßabnahmen nicht wirklich traue!). Vielleicht sollte ich mal zu einer Schneiderin gehen, die bei mir Maß nimmt, damit ich ein für alle mal vernünftige Werte habe …

Der Scuba-Druck ist wahnsinnig schön und so farbintensiv. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen zu jedem Strick- bzw. Nähprojekt ein passendes Gegenstück zu „kreieren“. Der Pullover, den ich gerade gestrickt habe (ich muss nur noch die Ärmel zusammen nähen) paßt super zu dem geblümten Rock. Hoffentlich kann ich Euch nächste Woche mehr zu dem Pullover schreiben:

Geblümter Scuba auf schwarzem Grund
Geblümter Scuba auf schwarzem Grund

Pulli aus Boucle-Wolle in purer
Mohair Pulli aus Boucle-Wolle in puder

 

So, jetzt aber zum Quick & Dirty – Scuba Rock (die Bezeichnung Quick & Dirty kenne ich eigentlich hauptsächlich aus der IT-Branche, wenn es für ein Problem eine schnelle Lösung geben muss, die dann – aus Zeitgründen – nicht ganz so sauber umgesetzt werden kann)

Beim Modell handelt es sich um einen knielangen Bleistiftrock von Burda, Schnittmuster NR. 111B-082012-DL. Das Originalmodell wurde aus bedrucktem Satin mit Futter genäht.

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Bildquelle: www.burdastyle.de

Da ich ja „Futterfaul“ bin mußte ich aus dem Originalschnitt noch einen inneren Formbund (4 cm hoch) erstellen: Beim Vorder- und Rückteil die Abnäher aufeinander legen (auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht) und den Formbund neu abzeichnen. Ich habe die Abnäher mit einem kleinen Stück Tesa zusammengeklebt, damit nichts verrutscht und anschließend das Tesa wieder entfernt.

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Quick & Dirty:

  • ich habe nichts versäubert (was bei dem Stoff eigentlich auch nicht nötig ist, aber schöner siehts natürlich schon aus …)
  • Abnäher nähen, Seitennähte schließen
  • RV einnähen
  • Inneren Bund annähen (da der Scuba sehr dick ist, würde ich evtl. beim nächsten Mal einen dünneren Stoff als Bund wählen!)
  • Inneren Bund mit der Hand an Abnäher, Seitennaht und RV-Schlitz annähen (ich glaube das hat am meisten Zeit gekostet
  • der Rock wurde nicht gesäumt
  • Den vorgesehenen Schlitz habe ich berücksichtigt, aber zum Schluß entfernt, weil der Scuba soooo elastisch ist :o))

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Und hier das fertige Ergebnis mit Vorgeschmack auf den Mohair-Pulli in puder. Den Beitrag zum Mohairsweater könnt ihr hier lesen.

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Und noch ein paar Nahaufnahmen:

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Fazit: Herausgekommen ist ein toller Frühlings-Rock, den man aber auch gut im Herbst/Winter mit dickem Pulli und Boots tragen kann. Der Scuba läßt sich wirklich gut und leicht verarbeiten. Das Material ist extrem elastisch und saubequem. Allerdings ist der Stoff auch sehr dick, daher für den Hochsommer wahrscheinlich nicht so geeignet – es sei denn man möchte damit tauchen gehen ;o)

Ich hoffe, daß Ergebnis gefällt euch genauso gut wie mir?!?

Liebe Grüße

Tanja

P.S.: Heute bin ich bei RUMS verlinkt …

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4 Kommentare

  1. Kranksein hat Vorteile, weil man dann mal abseits der üblichen Wege surft. Und was sehe ich? Eine Bonnerin 🙂 Zu mehr reicht es heute bei mir nicht mehr, aber ich freue mich.

    1. Schön, daß Du mich gefunden hast :o) – auch wenn der Grund dafür eher unerfreulich ist!

      Ich wünsche Dir Gute Besserung – Michou – und ich gehe sicher auch auf deinem Blog bald „schnuppern“ …

      Liebe Grüße
      Tanja

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